Jakob und Linux

Der drölfzigste Blog über Linux. Warum bloß? Bloß so!

Jedes System ist fehleranfällig und hat Schwachpunkte. Manche werden aber bewusst so gestaltet, dass die User darin wie in einem goldenen Käfig gefangen sind. „Solange Programm X nicht in Linux verfügbar ist, kann ich nicht wechseln, und nein, Programm Y aus Linux ist keine Alternative für mich!“ Ein oft gehörter Satz. Ich werde das ziemlich sicher mit meinem Blog auch nicht verändern – das ist auch gar nicht meine Absicht.

Mein Blog soll aber eine weitere Stimme im Stimmengewirr sein, welche die Vorzüge freier Software unterstreicht. Ich habe schon vor Jahren erfolgreich meinen Schritt aus der Welt des großen Fensters zum Pinguin vollzogen. War es früher nur eine vage Vermutung, dass das Fenster nicht nur meinen Blick in die Welt nach draußen ermöglichte, sondern auch „Big Brother“ direkt in meine Unterhosen sehen kann, ist es heute dank mutiger Whistleblower Gewissheit.

Ich verwende bewusst Debian, weil die Gemeinschaft hinter Debian größten Wert auf ein „sauberes“ System legt, dass völlig frei im Sourcecode vorliegt. Das bedeutet natürlich nicht, dass es völlig frei von Fehlern ist (und wie verschiedene auch sehr schwerwiegende Bugs zeigten, gibt es auch bei freier Software schwere Fehler!), aber es bedeutet, dass jedermann und jederfrau den Sourcecode prüfen und auch Vorschläge zur Verbesserung und Korrektur einbringen kann. Den Entwicklern von Debian liegt viel daran, ausschließlich freie Software einzusetzen und sie legen an jedes Paket eine strenge Meßlatte an, ob es aufgenommen werden kann, oder nicht. Die Diskussionen die ich so in den letzten Jahren mitbekommen habe sind zwar teilweise mühsam gewesen, jedoch geben sie mir das Vertrauen, dass ich der in Debian eingesetzen Software wesentlich mehr vertrauen kann, als dem was mir durch das große Fenster reinwehen würde, öffnete ich es.

So halte ich in diesem Blog Erfahrungen mit Debian und seiner Software fest, aber auch Erinnerungsstützen wie ich „damals“ dies oder jenes Problem gelöst habe, oder welche Software wie eingesetzt besser zu meinen gewünschten Ergebnissen geführt hat.

©10. Juni 2017, Jakobus Schürz

Warum Linux, warum Debian?

Den wahren Wert einer Sache versteht man oft erst dann, wenn man sich damit eingehend beschäftigt hat. Menschen, die es gewohnt sind, für Software viel Geld auszugeben – oder sich solche Software mit schlechtem Gewissen von unsauberen Quellen installieren, sind Fehlern und Einschränkungen gegenüber sehr tolerant, wenn es die Bezahlsoftware betrifft. Kostenlose Software nehmen diese Menschen aber gerne als Anfängerspielerei oder „nicht professionell“ wahr und haben eine ganz geringe Schmerzgrenze Fehlern dieser Software gegenüber.

Der Download einer üblichen Linux-Distribution kostet nichts. Installiert man die, bekommt man vom „Office mit Internet und Email“ über Mail- und Webserver bis hin zu mathematischer Spezialsoftware und Graphikbearbeitung ausgereifte und sehr gute Software. Ohne auch nur einen Euro bezahlen zu müssen. Linux und die Anwendungen und Server sind „frei wie Freibier“.

Alle Software die man mit einer LInux-Distribution bekommt, kann man auch im Quelltext downloaden und sich so Anregungen für eigene Projekte holen oder die Programme verbessern und verändern. Die Software die man mit einer Linux-Distribution bekommt ist eben auch „Frei wie Freiheit“.

Heerscharen von freiwilligen und auch bezahlten Programmierern ist es ein Anliegen die Software zu schreiben und zu verbessern. Daher kommt auch die Vielfalt und Professionalität bei „Linux-Software“. Firmen wie RedHat, Cannonical, IBM, Google und Co. setzen auf Linux und Entwickeln die Software weiter. Sie profitieren von der Community und geben der Community zurück.

Warum Debian?

Debian ist die „Mutter“ vieler Linux-Distributionen und eine der ältesten überhaupt. Debian erlaubt mir sowohl stabile Server zu betreiben und mit dem selben Handwerkszeug (jede Distribution ist etwas anders zu bedienen) auch einen topaktuellen Desktop mit den neuersten Programmversionen einzurichten und zu warten. Die Paketlisten bei Debian sind lang. Das heißt, es gibt unheimlich viel Software vom Distributor getestet und abgestimmt direkt zum Installieren. Bei Debian muss man sich nicht auf private Repos verlassen, dass diese auch zum neuesten Update/Upgrade passen, oder nicht mehr funktionieren, weil der Betreuer keine Lust mehr auf die Weiterentwicklung hat.

Die Philosophie hinter Debian gefällt mir einfach gut. Die Entwickler legen großen Wert auf gute Zusammenarbeit der Pakete untereinander und auf die Freiheit der eingesetzten Software.

Über mich

Ich lernte Linux irgendwann um das Jahr 2005 im Rahmen eines spannenden Projektes bei den Wiener Linien kennen, für die ich damals als Student arbeiten durfte.

Der berufliche Zwang mich mit dem System, von dem ich wohl schon 10 Jahre zuvor auf der Uni einmal gehört hatte, zu beschäftige und die eigene Faulheit trieben mich dazu, mich anfangs in die Bash, grep, awk, vim und sed einzuarbeiten. Mein damaliger Vorgesetzter wollte von mir eine Liste in Form einer einfachen txt-Datei aller Dateien in verschiedenen Verzeichnissen auf seinem Rechner. Na lös das einmal mit Windows… Ich hab einen halben Tag zugebracht, bis ich schließlich die Dateien manuell abgetippt habe. Dann zeigte er mir ein einfaches ls > files.txt auf Linux.

Sein Auftrag, aus mehreren Postscript-Dateien der Ausgabe eines Programmes das für Linux programmiert war, ein PDF zu machen, war dann der Anstoß mich mit der Thematik näher zu beschäftigen. Mein Feuer für Linux begann zu brennen – und brennt bis heute.

Von SuSE 10.1 über Ubuntu Gutsy Gibbon führte mich der Weg zu Debian Lenny, das damals gerade testing war und kurz vor stable stand. Erstmals hatte ich das Gefühl, Herr über meinen Computer zu sein und nicht von dem Ding beherrscht und bevormundet zu werden, wie es mir das damalig verwendete Windows XP vermittelte. Sogleich wagte ich mich an eine Installation von SuSE auf meinem Firmenlaptop. Unerfahren wie ich war verkonfigurierte ich mir mein System für meinen damaligen Wissensstand unreparierbar. Und das gleich mehrmals. Wie von Windows gewohnt installierte ich neu und fürchtete mich davor, alle Software erneut zusammensuchen und installieren zu müssen und dann noch alles Konfigurieren… Email-Accounts in Thunderbird, Lesezeichen in Firefox usw. Doch als ich neu installierte und das noch vorhandene /home wieder nutze, war ich wirklich baff. Ich konnte Thunderbird an dem Stand weiterverwenden, wie er vor der Neuinstallation war. Selbst Openoffice war noch genauso konfiguriert… Das war mir zum damaligen Zeitpunkt ein völlig neuer Umstand und machte mir Linux gleich noch ein Stück sympathischer.

Ich lernte schnell und ich lernte viel. Aus der Aufgabe der Umwandlung von mehreren Postscipts in ein PDF entstand ein Projekt zur Messdatenverarbeitung mit Webfrontend zum Upload der Messdaten und dem betrachten der Auswertungen das in modifizierter Form heute noch im Einsatz ist.

Derzeit sind meine größten privaten Programmierprojekte eine Backupsuite für Debian mit dem neuen BTRFS-Filesystem, das ähnlich Apples Time-machine Snapshots des gesamten Systems lokal macht und diese auf einen externen Datenträger oder einen Backup-Server überträgt. Diese Suite ermöglicht auch den einfachen Zugriff für den User auf alle Snapshots seiner eigenen Daten, das aktivieren und deaktivieren der Snapshot-Intervalle über eine Extension für Gnome3 und ein eigenes fuse-Filsystem.

Weiters entwickle ich mit systemd eine ganze Reihe kleiner eigener Services für die Customisation einer blanken Standardinstallation von Debian. Wenn ich einen neuen Rechner installiere, dann mache ich das schon lange nur mehr mit debootstrap aus einer Live-CD/USB-Stick und nicht über ein Install-Medium.

Blog

Doppelseitiges PDF vertikal teilen

Unlängst habe ich einen spannenden Artikel auf einem meiner Lieblingsblogs (http://marathonfitness.de) als PDF gefunden. Ich war unterwegs und wollt mir den Artikel ausdrucken, um ihn im Bad lesen zu können. Jedoch ist das PDF im Querformat A3, wo zwei A4-Seiten im Hochformat nebeneinander sind. Mein Drucker kann aber nur A4 ausdrucken, damit ist die Schrift …

Willkommen im neuen Blog

Herzlich willkommen auf meinem neuen Blog! Meine Absicht ist es, Wissenwertes und Erfahrungsberichte mit Linux, im speziellen Debian GNU/Linux festzuhalten. Immer wieder lerne ich neue Software kennen, weil ich ein spezielles Problemchen lösen muss und die Suche im Web oft mühsam ist. Die Ergebnisse aber umso besser. Und dann geht die Zeit ins Land und …

Kontakt

Das ist eine Seite mit einigen klassischen Kontakt-Informationen, wie Adresse und Telefonnummer. Du könntest hier aber auch ein Plugin nutzen, um ein Kontakt-Formular einzufügen.